Dienstag, 10. Februar 2004
Biblische Gerechtigkeit
strombergsee, 18:11h
Nach dem Willen des kalifornischen Gouverneurs und österreichischen Staatsbürgers, Arnold Schwarzenegger, wäre der Afro-Amerikaner Kevin Cooper am 10. Februar 2004 hingerichtet worden. Nur durch eine Intervention des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten von Amerika konnte die Hinrichtung acht Stunden vor dem geplanten Exekutionstermin gestoppt werden, um das Verfahren neu aufzunehmen. Der Fall von Kevin Cooper hat zwar wegen des Schwarzenegger-Bezuges bei uns große Aufmerksamkeit erregt, ist aber leider ein repräsentatives Beispiel für die Todesstrafen-Praxis der USA.
In der Ablehnung des Gnadengesuches schrieb Gouverneur Schwarzenegger unter anderem, es sei zwar äußerst lobenswert, dass der Verurteilte Kevin Cooper während seiner neunzehnjährigen Haft zu Gott und zum christlichen Glauben gefunden habe, dies ändere jedoch nichts daran, dass er für seine Verbrechen mit dem Tod bezahlen müsse. Diese Aussage ist blanker Zynismus und eine Beleidigung für jeden aufrichtigen Christen, auch wenn sich Herr Schwarzenegger damit einer für den amerikanischen Sprachgebrauch oberflächlichen Phrase bediente. Was Herr Schwarzenegger hier nämlich unterstellt, ist, dass Coopers Bekehrung zum Christentum zwar mit den "öffentlichen" religiösen Werten übereinstimme, und Cooper diese Werte zwar mit den "guten" Menschen des Landes teile, aber genau diese Religion auch Coopers Tod billige. Das ist schlichtweg nicht wahr und widerspricht sich obendrein.
Schwarzenegger nimmt dabei wie viele anderen Verantwortungsträger in der US-amerikanischen Gesellschaft eine Vorstellung von christlicher Religiosität zum Vorwand für die Durchsetzung politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Interessen. Da wird an einem vermeintlichen Grad an Religiosität der Wert eines Menschen abgeschätzt und abgeurteilt, wobei sich die "Beurteiler" naturgemäß an der oberen Skala dieser Bewertung einstufen und sich gleichzeitig das Recht herausnehmen, im Namen dieser Religion über Leben und Tod von Menschen entscheiden zu dürfen. Das hat nichts mit der Lehre von Jesus Christus zu tun und ist bei objektiver Betrachtung nichts anderes als eine Instrumentalisierung von Werten für eigene Interessen, letztlich also Willkür und Missbrauch.
Die Todesstrafe, ihre Anwendung und Durchführung sind mit dem Christentum nicht vereinbar. Vielmehr hat diese spezielle und in den USA verbreitete Ansicht mit einer alttestamentarische Auslegung von "biblischer Gerechtigkeit" zu tun, nämlich dem Motto "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Diese aus dem Zusammenhang und der historischen Einbettung gerissene Interpretation hat sich in der Geschichte der Kolonialisierung und Aneignung des amerikanischen Kontinents aus einer eigenwilligen und eigennützigen Vorstellung von Gut und Böse und einer daraus resultierenden Rachementalität entwickelt und bis heute bewahrt. Die feste Verankerung in einer breiten Öffentlichkeit geht teilweise auf eine intolerante und auf die Bewahrung geschaffenen Reichtums ausgerichtete Gesellschaftsschicht zurück, die wiederum eine "fundamentalistische" Bibelauslegung zur Rechtfertigung ihrer Machtanhäufung vorschiebt.
Arnold Schwarzenegger hat sich mit seiner Entscheidung der Ablehnung des Gnadengesuches eines zum Tode Verurteilten nicht nur einer fragwürdigen Vorstellung von biblischer Gerechtigkeit angeschlossen sondern leichtfertig seinen Glauben in den Dienst der Todesstrafe gestellt. Der Ruf nach Rache und die Beantwortung von Gewalt mit neuer Gewalt hat uns Jesus Christus mit Sicherheit nicht gelehrt. Was er uns allerdings gelehrt hat, sind Nächstenliebe und Verzeihung.
In der Ablehnung des Gnadengesuches schrieb Gouverneur Schwarzenegger unter anderem, es sei zwar äußerst lobenswert, dass der Verurteilte Kevin Cooper während seiner neunzehnjährigen Haft zu Gott und zum christlichen Glauben gefunden habe, dies ändere jedoch nichts daran, dass er für seine Verbrechen mit dem Tod bezahlen müsse. Diese Aussage ist blanker Zynismus und eine Beleidigung für jeden aufrichtigen Christen, auch wenn sich Herr Schwarzenegger damit einer für den amerikanischen Sprachgebrauch oberflächlichen Phrase bediente. Was Herr Schwarzenegger hier nämlich unterstellt, ist, dass Coopers Bekehrung zum Christentum zwar mit den "öffentlichen" religiösen Werten übereinstimme, und Cooper diese Werte zwar mit den "guten" Menschen des Landes teile, aber genau diese Religion auch Coopers Tod billige. Das ist schlichtweg nicht wahr und widerspricht sich obendrein.
Schwarzenegger nimmt dabei wie viele anderen Verantwortungsträger in der US-amerikanischen Gesellschaft eine Vorstellung von christlicher Religiosität zum Vorwand für die Durchsetzung politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Interessen. Da wird an einem vermeintlichen Grad an Religiosität der Wert eines Menschen abgeschätzt und abgeurteilt, wobei sich die "Beurteiler" naturgemäß an der oberen Skala dieser Bewertung einstufen und sich gleichzeitig das Recht herausnehmen, im Namen dieser Religion über Leben und Tod von Menschen entscheiden zu dürfen. Das hat nichts mit der Lehre von Jesus Christus zu tun und ist bei objektiver Betrachtung nichts anderes als eine Instrumentalisierung von Werten für eigene Interessen, letztlich also Willkür und Missbrauch.
Die Todesstrafe, ihre Anwendung und Durchführung sind mit dem Christentum nicht vereinbar. Vielmehr hat diese spezielle und in den USA verbreitete Ansicht mit einer alttestamentarische Auslegung von "biblischer Gerechtigkeit" zu tun, nämlich dem Motto "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Diese aus dem Zusammenhang und der historischen Einbettung gerissene Interpretation hat sich in der Geschichte der Kolonialisierung und Aneignung des amerikanischen Kontinents aus einer eigenwilligen und eigennützigen Vorstellung von Gut und Böse und einer daraus resultierenden Rachementalität entwickelt und bis heute bewahrt. Die feste Verankerung in einer breiten Öffentlichkeit geht teilweise auf eine intolerante und auf die Bewahrung geschaffenen Reichtums ausgerichtete Gesellschaftsschicht zurück, die wiederum eine "fundamentalistische" Bibelauslegung zur Rechtfertigung ihrer Machtanhäufung vorschiebt.
Arnold Schwarzenegger hat sich mit seiner Entscheidung der Ablehnung des Gnadengesuches eines zum Tode Verurteilten nicht nur einer fragwürdigen Vorstellung von biblischer Gerechtigkeit angeschlossen sondern leichtfertig seinen Glauben in den Dienst der Todesstrafe gestellt. Der Ruf nach Rache und die Beantwortung von Gewalt mit neuer Gewalt hat uns Jesus Christus mit Sicherheit nicht gelehrt. Was er uns allerdings gelehrt hat, sind Nächstenliebe und Verzeihung.
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Freitag, 6. Februar 2004
Schwarzenegger Terminates In Real Life !
strombergsee, 15:35h
Der Gouverneuer von Kalifornien und österreichische Staatsbürger, Arnold Schwarzenegger, hat kürzlich seinen ersten Hinrichtungsbefehl im Fall Kevin Cooper vs. California unterschrieben. Damit outet er sich nicht nur als Befürworter der Todesstrafe sondern übernimmt die volle persönliche Verantwortung dafür, dass Menschen hingerichtet werden.
Der Afro-Amerikaner Kevin Cooper wurde wegen des Mordes an vier Weißen angeklagt und zum Tode verurteilt. Obwohl der einzige Überlebende der Morde, ein damals achtjähriger Junge, drei Täter (der Beschreibung nach Latinos) gesehen hat, glaubte die massiv manipulierte Jury ("Hängt den Nigger" etc.) dem Staatsanwalt. Kevin Cooper saß 19 jahre in der Todeszelle, was auf zahlreiche Verfahrens-wiederaufnahmen und somit auf eine vollkommen unklare Beweislage zurückzuführen ist. Ein kürzlich bei Cooper durchgeführter DNA-Test (verglichen mit dem Genmaterial von 1985) brachte Übereinstimmung mit Blutspuren, die am Tatort gesichert wurden. Nach wie vor dagegen steht die Aaussage des einzigen Zeugen, der bis heute bei drei gesehenen Tätern bleibt und die Tatsache, dass mindestens drei verschiedene Tatwaffen bei den Morden verwendet wurden, was wiederum gegen einen Einzeltäter spricht.
Abgesehen davon verstößt die Todesstrafe gegen das elementarste Menschenrecht, nämlich das Recht auf Leben. Sie ist unmenschlich, ungerecht und wird vom Großteil der UNO-Mitgliedstaaten geächtet. Umso beklemmender ist die Situation, wenn ein österreichischer Staatsbürger und angebliches Aushängeschild österreichischen Erfolges im Ausland die Todesstrafe als zulässig erachtet und in seiner Funktion als Gouverneur von Kalifornien auch exekutiert. Seine Vorgehensweise ist absolut unvereinbar mit jenen Werten, die in Österreich und der gesamten Europäischen Union hochgehalten werden. Er bricht damit alle Brücken zu seinen österreichischen und europäischen Wurzeln ab und soll dann auch die Courage haben, seine österreichische Staatsbürgerschaft zurückzugeben. Ebenso sollten österreichische Politiker und Personen der Öffentlichkeit die Courage haben, Schwarzenegger auf diese Unvereinbarkeit hinzuweisen und nötigenfalls auf Distanz zu Schwarzenegger zu gehen. Es einfach nicht zusammen, dass ein österreichischer Staatsbürger als Gouverneuer von Kalifornien Menschen hinrichten lässt. Deshalb sollte von österreichischen Behörden ein Verfahren zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft im Fall Arnold Schwarzenegger eingeleitet werden.
Links:
http://www.savekevincooper.org
http://www.nodeathpenalty.org
http://www.deathpenaltyinfo.org
http://www.todesstrafe.de
http://www.amnesty.at
Der Afro-Amerikaner Kevin Cooper wurde wegen des Mordes an vier Weißen angeklagt und zum Tode verurteilt. Obwohl der einzige Überlebende der Morde, ein damals achtjähriger Junge, drei Täter (der Beschreibung nach Latinos) gesehen hat, glaubte die massiv manipulierte Jury ("Hängt den Nigger" etc.) dem Staatsanwalt. Kevin Cooper saß 19 jahre in der Todeszelle, was auf zahlreiche Verfahrens-wiederaufnahmen und somit auf eine vollkommen unklare Beweislage zurückzuführen ist. Ein kürzlich bei Cooper durchgeführter DNA-Test (verglichen mit dem Genmaterial von 1985) brachte Übereinstimmung mit Blutspuren, die am Tatort gesichert wurden. Nach wie vor dagegen steht die Aaussage des einzigen Zeugen, der bis heute bei drei gesehenen Tätern bleibt und die Tatsache, dass mindestens drei verschiedene Tatwaffen bei den Morden verwendet wurden, was wiederum gegen einen Einzeltäter spricht.
Abgesehen davon verstößt die Todesstrafe gegen das elementarste Menschenrecht, nämlich das Recht auf Leben. Sie ist unmenschlich, ungerecht und wird vom Großteil der UNO-Mitgliedstaaten geächtet. Umso beklemmender ist die Situation, wenn ein österreichischer Staatsbürger und angebliches Aushängeschild österreichischen Erfolges im Ausland die Todesstrafe als zulässig erachtet und in seiner Funktion als Gouverneur von Kalifornien auch exekutiert. Seine Vorgehensweise ist absolut unvereinbar mit jenen Werten, die in Österreich und der gesamten Europäischen Union hochgehalten werden. Er bricht damit alle Brücken zu seinen österreichischen und europäischen Wurzeln ab und soll dann auch die Courage haben, seine österreichische Staatsbürgerschaft zurückzugeben. Ebenso sollten österreichische Politiker und Personen der Öffentlichkeit die Courage haben, Schwarzenegger auf diese Unvereinbarkeit hinzuweisen und nötigenfalls auf Distanz zu Schwarzenegger zu gehen. Es einfach nicht zusammen, dass ein österreichischer Staatsbürger als Gouverneuer von Kalifornien Menschen hinrichten lässt. Deshalb sollte von österreichischen Behörden ein Verfahren zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft im Fall Arnold Schwarzenegger eingeleitet werden.
Links:
http://www.savekevincooper.org
http://www.nodeathpenalty.org
http://www.deathpenaltyinfo.org
http://www.todesstrafe.de
http://www.amnesty.at
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